Der Storch kommt zurück in die Grafschaft Bentheim

Fotos: Wilfried Jürges

Der Wappenvogel es Naturschutzbundes (NABU) brütet seit einiger Zeit wieder erfolgreich in der Grafschaft Bentheim. Die auch als „Meister Adebar“ und „Klapperstorch“ bezeichneten Kinderlieferanten hatten es mit dem eigenen Nachwuchs in den letzten Jahrzehnten schwer bei uns.

Weißstörche waren früher Charaktervögel der Grafschaft Bentheim und weit verbreitet. Etwa ab 1930 ist der Weißstorch als Brutvogel bei uns verschwunden. Hin und wieder wurden lediglich Durchzügler beobachtet. Veränderungen in der Landschaft, insbesondere die Entwässerung von Feuchtgebieten, der Grünlandumbruch, der gefährliche Vogelzug bis nach Afrika und die Veränderungen in den Überwinterungsgebiete machten den Vögeln zu schaffen.

Umso erfreulicher ist es, dass sich jetzt wieder Weißstörche bei uns ansiedeln. Der NABU Landesverband hat ermittelt, dass in diesem Sommer 772 Weißstorchpaare 1497 Jungtiere in Niedersachsen großgezogen haben. Ein wesentlicher Faktor für die positive Entwicklung ist, dass aufgrund des Klimawandels, immer mehr Störche in Spanien überwintern und nicht mehr bis nach Afrika fliegen.

Ausgehend vom Tierpark Nordhorn haben auch in diesem Jahr Störche außerhalb des Tierparks gebrütet. Der NABU hat in Abstimmung mit der Tierleitung bereits 2013 drei Nester in Nähe des Tierparks aufgestellt, zwei weitere Nester werden Anfang 2016 noch hinzukommen. Hierdurch soll den Störchen die Möglichkeit gegeben werden, auch außerhalb des Tierparks geeignete Nistmöglichkeiten zu finden. Im Tierpark selbst ist das Potential für ein störungsfreies Brüten ausgereizt. Noch mehr Nester wären mit Streit und Störungen der Störche untereinander verbunden.

Der NABU betreut außerdem zwei Nester in Laar, und zwei neu aufgestellte Nester in Samern. Damit ist die Aktion zur Ansiedlung der Störche in der Grafschaft Bentheim seitens des NABU abgeschlossen. Zunächst muss sich jetzt zeigen, ob der hiesige Naturraum überhaupt genügend Nahrung bietet.

Darüber hinaus gibt es auch noch einige wenige Nester die von Privatpersonen aufgestellt und betreut werden.

Der NABU sieht die Rückkehr der Störche mit gemischten Gefühlen. Die Rückkehr des NABU-Wappenvogels ist erfreulich und trägt zur Erhöhung der Artenvielfalt in der Grafschaft Bentheim bei. Störche sind Sympathieträger und erfreuen ihre Betrachter. Der Appetit der Störche macht aber auch vor geschützten Tierarten nicht Halt und könnte bei einer immer größer werdenden Population zu Problemen führen. Ihr Nahrungsbedarf ist vielseitig und setzt sich aus unterschiedlichsten Tierarten zusammen: Kleinsäuger, Frösche, Kröten, Eidechsen, Schlangen Fische, große Insekten und ihre Larven, Regenwürmer, in seltenen Fällen Eier und Junge von Bodenbrütern. Aber auch Aas wird nicht verschmäht. Im Tierpark Nordhorn werden die Störche nicht gefüttert. Sie müssen wie alle frei lebenden Tiere ihre Nahrung in der freien Natur selber suchen. Bei den in der Obergrafschaft zu beobachtenden Störchen verhält es sich anders. Diese kommen überwiegend von Tierpark Rheine, wo sie zusätzlich gefüttert werde

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Exkursionen und Vorträge:

Naturoase aus Menschenhand

Besichtigung der NABU Naturstation "Weiße Riete",in Schüttorf. Nähe Quendorfer See/Campingplatz.

So. 16. Juni,  10.00 - 13.00 Uhr

weitere Informationen: siehe hier

Besuch auf dem Biohof Hüseman

Sa. 29. Juni, 15.00 - ca. 17.00 Uhr

 

Bei einem Rundgang durch Ställe, über Äcker und Wiesen wird deutlich, wie Ökolandbau im Einklang mit Tier und Natur gelingen kann.

Treff: Hofladen Hüsemann, Nordhorn - Hesepe, Feldkämpe 7

weitere Informationen siehe hier

Naturschutzjugend

NAJU Gruppe Nordhorn

Leendert van der Weert

Tel.: 05925 998808

 

NAJU Gruppe Schüttorf

Silas Suntrup

Tel.: 0157 39019112

 

Weitere Informationen zur Jugendarbeit :siehe hier

Über 12 Millionen Vogelbrutpaare weniger in Deutschland

Foto: Silas Suntrup

Weitere Informationen: siehe hier

Wissenschaftler belegen dramatisches Insektensterben

Wildbiene              Foto: Gerd Butke

27 Jahre wurden Schutzgebiete untersucht – die Ergebnisse sind erschreckend: Mehr als 75 Prozent weniger Biomasse bei Fluginsekten.

Weitere Informationen: siehe hier

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